Journalismus über das Netz finanzieren

microphone - cc-by from Sallee DesignDer Journalismus über klassische Zeitungen steckt in der Krise und daran wird auch das neue Leistungsschutzrecht nichts ändern. Die Zeitungen hatten schon immer das Problem, dass sie nicht vom Leser finanziert werden sondern durch die Werbung. Da die Zeitung mehr dadurch verdient, dass sie Anzeigen schalten, haben diese einen großen Einfluss auf die Berichterstattung.

Da das Internet eine immer größere Konkurrenz für die klassischen Zeitungen wird und diese es nicht schaffen ihre Online-Zeitungen entsprechend zu vermarkten laufen ihnen Werbekunden weg. Dies versuchte man über das Leistungsschutzrecht zu kompensieren, aber dies wird nicht klappen. Dadurch laufen den Zeitungen weitere Anzeigenkunden weg und diese müssen sparen. In vielen Redaktionen sind die Journalisten schon zum reinen Verlautbarungsjournalismus übergegangen, wo nur noch die DPA-Ticker oder PR-Meldungen abgetippt und veröffentlicht werden [1]. In solchen Zeitungen sucht man gute Recherche und kritischen Journalismus vergeblich, was wiederum die Leser schwinden lässt.

Es gibt sie aber noch die guten kritischen Journalisten da draußen. Nun liegt es an uns ein neue Finanzierungsbasis zu finden, um weiterhin guten Journalismus genießen zu können.

Vereinzelt sind Journalisten schon dazu übergegangen Crowdfunding-Projekte zu starten, wo die Nutzer entsprechende Recherche vorab durch Spenden finanzieren. Beispiele hierfür sind Daniel Bröckerhoff oder Ken Jebsen.

Hier setzt die Projektidee an:

Wir brauchen eine Plattform, wo die Nutzer einstellen können, über welche Themen sie in welchen Formaten informiert werden wollen. Durch einmalige Spenden kann man ein bestimmtes Thema finanzieren oder mit einem Abonnement die ganze Plattform unterstützen. Interessante Themen werden wahrscheinlich einige Blogger finden, die diese Themen aufgreifen und Artikel dazu schreiben. Wenn man das Thema in einer Video-Reportage oder einem Audio-Feature verarbeiten möchte entstehen Kosten. Hier könnten sich dann Journalisten zusammenfinden, die mit geringen Kosten Material beisteuern können. Wer beispielsweise nicht weit vom Ort des Geschehens wohnt kann mit geringeren Reisekosten etwas O-Ton aufnehmen. Dieses Material könnte dann auf die Plattform unter einer freien Lizenz hochgeladen werden und von den Nutzer bewertet werden. Professionelle Journalisten können sich anschließend aus dem Material bedienen und ihre Reportagen zusammenschneiden. Am Ende wird das Budget, das für das Thema gespendet wurde entsprechend der Beiträge und Bewertungen der Nutzer aufgeteilt.

Wenn man die Beiträge unter einer Creative-Commons-Lizenz für die nicht kommerzielle Nutzung allen zur Verfügung stellt, könnte man sie Anschließend zur kommerziellen Nutzung an die etablierten Medien verkaufen.

Darüberhinaus könnte die Nutzerbasis entscheiden welche Werbung sie zulässt in den Beiträgen.

Nutzer die per Abonnement die Plattform finanzieren, können Vergünstigungen erhalten wie Werbefreiheit oder Vorabeinblick.

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One Response to “Journalismus über das Netz finanzieren”

  1. Neo 2013-04-30 at 16:22 #

    Das finde ich eine super Idee. Wann legt ihr los mit dem Projekt?

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